Zahnaufhellung mit Aktivkohle – Wie schädlich ist sie?

Aktivkohle ist fraglos eines der Trendprodukte der letzten Jahre, welches gerade kurz vor der Schwelle zwischen Trend und endgültiger Etablierung in vielen Supermarktregalen steht. Dabei reicht der Anwendungsbereich des schwarzen Pulvers von einfachem Zusatzstoff in entgiftenden Körperpeelings oder regenerativen Gesichtsmasken bis hin zu zahnaufhellenden Zahnpasten.

Doch besonders bei Letzteren steht infrage, ob Aktivkohle denn wirklich das Versprechen zu strahlend weißen Zähnen einhalten kann, oder ob potentiell gefährliche Nachteile einem nachhaltigen Ergebnis entgegen stehen. Im Folgenden wollen wir daher die Funktionsweise von Aktivkohle erläutern und auf alle Vor- sowie Nachteile eingehen.

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Wie wirkt Aktivkohle?

Obwohl Aktivkohle in der Wellness- und Kosmetik Branche erst in jüngster Vergangenheit Fuß gefasst hat, reicht ihre Anwendung in der Medizin bereits tief in die frühen 1800er Jahre zurück. Schon damals gewann sie als Behandlung für die versehentliche Aufnahme von Gift an Bedeutung. Denn Aktivkohle hat auf Grund ihrer porösen Struktur die einzigartige Fähigkeit, unerwünschte Toxine an sich zu binden. Eben diese Giftstoffe führen oftmals dazu, dass unsere Zähne unschöne Verfärbungen aufweisen.

Bildlich kann man sich die Wirkung von Aktivkohle ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Haushaltsschwamm vorstellen, der sich mit Wasser aufsaugt – nur dass Aktivkohle durch die eng untereinander verbundenen Poren dazu in der Lage ist, anstatt Wasser Giftstoffe in sich aufzuziehen.

Vorteile von Aktivkohle

Zusätzlich zur Giftstoff absorbierenden Eigenschaft zieren dutzende, mikroskopisch kleine Kanten die Oberfläche von Aktivkohle. Somit wird neben einer aufsaugenden Wirkung ein leicht abreibender Effekt erreicht, der Ungereimtheiten auf der Zahnoberfläche effektiv entfernen kann.

Insbesondere beim Kampf gegen fleckenartige Verfärbungen der Zähne, hervorgerufen durch bspw. hohen Kaffee, Tee oder Rotwein Konsum, ist Aktivkohle also ein echtes Wundermittel, um in kürzester Zeit erstaunliche Ergebnisse zu erzielen.

Die unangenehmen Nachteile von Aktivkohle

Wie bereits erwähnt, ist Aktivkohle vor allem auf kurze Sicht ein ideales Hilfsmittel, um Verunreinigungen auf der Zahnoberfläche den Kampf anzusagen. Das wird zum einen durch die Toxin aufsaugende Eigenschaft, zum anderen durch die leicht abreibende Wirkung möglich.

Eben die letzte Eigenart ist jedoch der Grund, warum eine gründliche Zahnreinigung unter Einsatz von Aktivkohle auf mittlere Sicht zumindest fragwürdig erscheint und auf lange Sicht gar davon abgeraten werden sollte.

Denn durch kontinuierliches Abreiben der Zahnoberfläche über einen längeren Zeitraum hinweg, wird der schützende Zahnschmelz (die oberste Zahnschicht) einen Schaden davon tragen.

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Ähnlich wie beim Einsatz von Backpulver, einem der beliebtesten Hausmittelprodukte zur Zahnaufhellung, ist dies in vielerlei Hinsicht problematisch. Nicht nur werden die eigenen Zähne durch das Abschleifen des Zahnschmelzes schmerzempfindlicher, zusätzlich werden Wärme, Süßes sowie Kälte deutlich stärker wahrgenommen.

Hierbei ist besonders gefährlich, dass der Zahnschmelz sich nicht auf natürliche Weise selbst regenerieren kann. In der Zahnmedizin spricht man von einem Schaden, der irreversibel ist.

Neben den ernstzunehmenden gesundheitlichen Folgen offenbart das Abreiben des Zahnschmelzes einen weiteren unangenehmen Nebeneffekt. Denn schleift man erst einmal genug an der Zahnoberfläche, wird nach und nach mehr vom darunter liegenden Zahnbein frei.

Das Zahnbein ist von Natur aus nicht weiß, sondern hat eher einen gelblichen Farbton. Der Schönheitseffekt verkehrt sich somit ins Gegenteil und die Zähne verlieren an Strahlkraft und Ästhetik.

Der letzte Ausweg daraus ist letztlich eine meist kostspielige zahnärztliche Behandlung. Man riskiert somit, in Zukunft von Zahnersatz abhängig zu sein, um Funktionalität und Ästhetik des Lächelns aufrecht zu erhalten.

Im schlimmsten Fall führt die Verwendung von Zahnpasta mit Aktivkohle sogar soweit, dass umliegendes Zahnfleisch gereizt wird und sich zurück zieht. Dies macht die Zähne deutlich anfälliger für Karies.

Für Personen, die Zahnprothesen, Kronen, Brücken, Veneers oder anderem Zahnersatz tragen, ist Aktivkohle ohnehin nicht zu empfehlen. Ein Abschleifen dieser führt nicht zu einem helleren Zahnton, sondern nur zu einem Besuch beim Zahnarzt, der den angerichteten Schaden am Zahnersatz aufwändig restaurieren muss.

Zwischenbilanz – Sollte Aktivkohle verwendet werden?

An dieser Stelle ziehen wir eine kurze Zwischenbilanz dazu, was in den vergangenen Abschnitten eindringlich erläutert wurde.

Ja, Aktivkohle ist vor allem kurzfristig eine geeignetes Mittel, um Zahnverfärbungen effektiv entgegenzuwirken. Insbesondere bei fleckenartigen Verfärbungen auf der Zahnoberfläche kann Abhilfe geschaffen werden, um die natürliche Zahnfarbe der eigenen Zähne wieder zum Vorschein zu bringen.

Dabei soll ein großes Augenmerk auf die Formulierung “natürliche Zahnfarbe wieder zum Vorschein bringen” gelegt werden. Denn wie viele andere Zahnaufhellungsprodukte gibt Aktivkohle nicht das Versprechen, die natürliche Zahnfarbe unserer Zähne zu verbessern. Das Kratzen an der Zahnoberfläche führt vielmehr dazu, dass unnatürliche Verfärbungen der Zähne beseitigt werden.

Aus diesem Grund enthalten viele Verpackungen oder Packungsbeilagen von Mundhygieneprodukten mit Aktivkohle die Information, dass das Produkt “das natürliche Weiß der Zähne wieder herstellt”. Das ist zumindest eine sehr ehrliche Aussage. Wer gehofft hat, die von Natur aus eher dunklere Zahnfarbe aufzuhellen, der wird an dieser Stelle leider enttäuscht sein.

Trotz der Vorteile sollte Aktivkohle zur Zahnaufhellung über einen längeren Zeitraum hinweg gemieden werden.

Welche Arten von Aktivkohle gibt es?

Aktivkohle zur Zahnaufhellung gibt es im Handel in den verschiedensten Formen:

  • Als reines Pulver wird Aktivkohle mit etwas Wasser gemischt und als Zahnpasta Ersatz verwendet
  • Als Kapseln, die vor dem Zähneputzen im Mund zerbissen werden, um die darin enthaltene Aktivkohle freizusetzen
  • Als Zusatzstoff in regulären Zahnpasta Produkten

Letztlich sind sowohl die Wirkungsweise, als auch die Anwendung im Grunde genommen bei allen Produktvarianten die Gleiche. Neben individuell unterschiedlichen Vorlieben hinsichtlich des Geschmacks, der Konsistenz, der Form oder der Marke des Produkts unterscheiden sich Aktivkohle Produkte auf dem Markt vor allem durch ihren Preis.

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Wie viel kosten Aktivkohle Produkte?

Aktivkohle Produkte werden grundsätzlich in allen möglichen Preissegmenten angeboten. Je nach Art des Aktivkohle Produkts lassen sich jedoch kleine Preisunterschiede feststellen.

Sucht man bspw. auf Amazon, der größten Online-Handelsplattform der Welt, nach Aktivkohle Pulver, findet man am unteren Ende Produkte für knapp einen Euro. Am oberen Ende der Preisspanne bieten Hersteller Produkte im mittleren zweistelligen Bereich an, die jedoch selbst bei täglicher Nutzung mehrere Monate lang halten sollten.

Entscheidet man sich für Aktivkohle Kapseln, fängt die untere Preisgrenze bei knapp 7 Euro an und endet bei sage und schreibe 100€. Dadurch wird deutlich, dass Aktivkohle Kapseln generell in höheren Preissegmenten angesiedelt sind.

Letztlich stellt die schwarze Zahnpasta einen Mittelweg zwischen den drei Alternativen dar. Angefangen bei rund 2.50€ können hier je nach Marke und Menge bis zu 70€ anfallen.

Welche Alternativen zur Aktivkohle gibt es?

Für diejenigen, die sich auf die Suche nach einem langfristig unbedenklichen Zahnaufhellungsprodukt begeben haben, gibt es genügend Alternativen zu Aktivkohle, die ähnliche oder sogar bessere Ergebnisse erzielen können.

Als etwas teurere Alternative bietet sich ein professionelles Zahnbleaching beim Zahnarzt des Vertrauens an. Aber auch mit einem etwas kleineren Budget wird man schnell fündig. So gibt es mittlerweile einige erschwingliche Varianten der Zahnaufhellung, die einfach und bequem zu Hause angewandt werden können, wie Bleaching Gels von Diamond Smile, Bleaching Strips oder ganze Zahnaufhellung Kits von Whitify.

Fazit

In den letzten Jahren überfluten immer mehr Zahnaufhellungsprodukte den Markt. Eines davon ist Aktivkohle, dass entweder als reines Pulver oder als Zusatz in Zahnpasten vertrieben wird.

Kurzfristig kann die schwarze Zahnpasta unästhetische und unnatürliche Verfärbungen der Zahnoberfläche effektiv beseitigen. Gegen eine Anwendung aus dieser Sicht spricht erst einmal nichts.

Mittel- und Langfristig führt der Einsatz von Aktivkohle jedoch zu einem unerwünschten Abschleifen des Zahnschmelzes, was nicht nur gesundheitliche Folgen haben kann, sondern auch das eigentliche Ziel von strahlend weißen Zähnen gefährdet, in dem das gelbliche Zahnbein freigesetzt wird..